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Der Silbersee gehört der Natur

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Der Silbersee gehört der Natur

Überall laden lauschige Ecken zum Verweilen ein. Wer wachsam am See entlangspaziert, entdeckt immer wieder etwas Neues. Fotos: Nina Borowski

Kleine grüne Oase im Engerser Feld

Freizeit Familie Scheidweiler besitzt im Engerser Feld eine kleine grüne Oase – Besucher willkommen

Von unserer Redakteurin Nina Borowski

M Neuwied. Ganz in der Nähe vom Kannsee und vom Steinsee im Engerser Feld liegt er. Der Silbersee. Von hohen Bäumen und dichten Sträuchern wohlbehütet. Einen Goldschatz gibt es im Silbersee nicht. Dafür sind der See und das grüne Idyll drum herum ein Schatz. Seit 1875 ist das Grundstück im Besitz der Familie Scheidweiler. „Es ist eine ehemalige Kiesgrube. Mein Vater war ein großer Naturfreund und hat immer gesagt ,Wir müssen der Natur auch etwas zurückgeben, wenn wir ihr etwas genommen haben'“, erinnert sich Werner Scheidweiler, der bereits in den 50er-Jahren gemeinsam mit seinem Vater mit der Renaturierung begonnen hat. Noch bis Ende der 80er-Jahre nutzte die Familie das Gelände für den Kiesabbau.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem der 82-Jährige nicht an seinem See unterwegs ist. Mit den Jahren hat der heutige Rentner seinen ehemaligen Arbeitsplatz in ein grünes Paradies verwandelt. Verschlungene Pfade führen um den See herum, der für Fische, Enten und Co. zum Zuhause geworden ist. Immer wieder gibt es versteckte Ecken und lauschige Plätze, die zum Verweilen einladen. Auf jeder Bank steht ein Spruch. Mal sind es Empfehlungen, mal Lebensweisheiten: „Ich habe unzählige davon zu Hause“, sagt Scheidweiler.

Trotz menschlichem Handanlegen hat die Natur am Silbersee die Oberhand behalten. Und genau das macht den Ort aus. Die Ursprünglichkeit lässt viel Raum zum Entdecken. Ein schmaler Weg aus quadratischen Platten führt am Seeufer entlang. Werner Scheidweiler zeigt auf die Bodenplatten und sagt: „Das sind Altarplatten aus einer Neuwieder Kirche.“ Renaturierung heißt für Scheidweiler nicht nur, der Natur wieder Raum, sondern auch Dingen eine neue Bedeutung zu geben. So finden sich rund um den See das Deutsche Eck, ein Linzer Dreieck und auch Teile der Burg Sayn. „Das sind alles Originalsteine, die ich durch die Arbeit für die Kiesgrube bekommen habe“, erinnert sich der ehemalige Unternehmer.

Links vom Ufer geht eine steinerne Treppe eine Böschung hinauf. Hinter Sträuchertunneln öffnet sich ein kleiner Grillplatz. Von Büschen geschützt und eingerahmt stehen dort Sitzbänke und Tische. Sogar eine kleine Schutzhütte gibt es am Rand. Eine mit Weißdorn bewachsene Laube sieht mit etwas Abstand wie ein Mammut aus: „Ich schneide mal hier, mal dort etwas weg, damit die Form erhalten bleibt“, sagt der Naturliebhaber. An der Laube vorbei führt ein schmaler Weg auf ein kleines Plateau. „Das ist die Ferdinandshöhe“, sagt Werner Scheidweiler und ergänzt: „Sie ist meinem Vater gewidmet.“ Von diesen Ecken und Plätzen gibt es über das gesamte Gelände verteilt noch einige, die der Herr des Silbersees seinen Familienmitgliedern gewidmet hat.

Wer besonders wachsam am See entlangspaziert, entdeckt in abgestorbenen Baumstümpfen immer wieder aufwendige Schnitzereien. Hier eine Meerjungfrau, dort eine Eule. „Das habe ich alles mit der Motorsäge gemacht“, sagt Werner Scheidweiler. Der Uferweg macht eine Linkskurve, und ein kleiner hölzerner Steg wird sichtbar. Von hier aus eröffnet sich wieder ein anderer Blickwinkel auf den Silbersee. Auch wenn die Natur größtenteils so wachsen darf, wie sie möchte, macht das Gelände dennoch Arbeit, und es gibt immer irgendetwas zu tun. Den größten Teil erledigt Scheidweiler noch selbst. Doch für jede Hilfe ist der 82-Jährige dankbar. „Wir haben einen Freundeskreis gegründet und den See damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, sagt der Eigentümer und ergänzt: „Wir haben zum Glück einige junge Mitglieder gewinnen können, die mit Hand anlegen.“

Die ehemalige Kiesgrube nutzt Werner Scheidweiler auch, um seine Kreativität auszuleben. Neben den Schnitzereien gibt es auch Skulpturen und allerlei andere Bauwerke. Vor einer Bruchsteinmauer bleibt der rüstige Rentner stehen. Seine Augen suchen die Mauer ab. Dann ruft er: „Rüdli, Rüdli“, und macht mit der Zunge schnalzende Geräusche. Nichts rührt sich. Erneutes Rufen. Dann raschelt es im Laub, und auf einmal spaziert eine kleine braune Maus über den oberen Rand der Steine. „Sie kommt, wenn ich sie rufe, und weiß, dass es dann etwas zu fressen gibt“, sagt Scheidweiler stolz. Die kleine Maus ist nicht Scheidweilers einziger tierischer Freund. Das Rufen hat auch viele kleine Meisen angelockt, die nun aufgeregt über der Steinmauer kreisen. Aus der Ferne ist der Ruf eines Spechts zu hören. Auch das ist kein Unbekannter: „Das ist der lachende Hans“, sagt der 82-Jährige.

„Besucher sind am Silbersee willkommen.“

Abbildung: Werner Scheidweiler, Eigentümer des Sees. -

Bildcollage

- Mit der Motorsäge hat Scheidweiler diese Jungfrau geschnitzt.

- Auf der einen Seite ein Pfau, auf der anderen eine Fischgräte, Scheidweilers Werke sind vielseitig.

- Aus einer alten Wendeltreppe hat Werner Scheidweiler diesen Pfau gemacht. Jedes Pfauenauge steht für einen Neuwieder Stadtteil.

Der „Freundeskreis Silbersee“

Das Gelände des Silbersees ist seit 2008 nur noch Mitgliedern des „Freundeskreises Silbersee“, Besuchern mit Tageskarte und Mitgliedern des Angelsport Vereins gestattet.

Eine Mitgliedschaft im Freundeskreis kostet für Einzelpersonen 12 Euro für ein Jahr. Darüber hinaus gibt es Partnerkarten (18 Euro) und Familienkarten (24 Euro).

Wer einen ersten Eindruck vom Silbersee bekommen möchte, kann für 1,50 Euro eine Tageskarte beantragen.

Für 20 Euro bietet Werner Scheidweiler Führungen über das Gelände an.
Speziell für die kleinen Besucher gibt es für 10 Euro Führungen mit Leon Scheidweiler, dem Enkel von Werner Scheidweiler.

Thema heute

Eine Auszeit in der Natur vor den Toren der Stadt

Familie Scheidweiler gehört der Silbersee im Engerser Feld. Ein kleines grünes Idyll, das die Mitglieder des „Freundeskreises Silbersee“ pflegen. Für einen kleinen finanziellen Beitrag dürfen Besucher auf dem Gelände spazieren gehen, Picknick machen oder einfach mal die Seele baumeln lassen. Daran erinnern auch Sprüche, die auf Tafeln von dem Eigentümer notiert wurden.

Für Besucher gelten folgende Regeln:

- Schwimmen verboten

- Angeln nur für Vereinsmitglieder des ASV

- Begehung nur auf den Rundwegen

- Ihre Abfälle entsorgen Sie bitte zu Hause

- Hunde sind ausschließlich an der Leine zu führen

- Lärm ist aus Rücksicht auf die Tierwelt zu vermeiden

- Aus Rücksicht auf die Angler ist das Steinewerfen verboten

- Der Besucher haftet für die von ihm verursachten Schäden

- Mutwillig verursachte Schäden werden zur Anzeige gebracht

- Ufer und Böschungen dürfen nicht betreten werden - Lebensgefahr

- Blumen pflücken und Abreißen von Ästen/Zweigen ist nicht gestattet

- Betreten auf eigene Gefahr, Eltern haften für ihre Kinder

- Fotos, die vom oder am Silbersee gemacht wurden, dürfen nur für private Zwecke verwendet werden

Quellenhinweis von Texten und Bildern:

RZ Linz, Neuwied vom Freitag, 29. August 2014, Seite 22

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