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Wem ist der Silbersee ein Dorn im Auge?

Wem ist der Silbersee ein Dorn im Auge?

Wem ist der „Silbersee" im Engerser-Feld ein Dorn im Auge?

Werner Scheidweiler, Eigentümer des Silbersees in Neuwied-Engers hat sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, das Gelände seines ehemaligen Kieswerks rund um den Silbersee zu rekultivieren und einen gemeinsamen liebenswerten Lebensraum für Mensch und Tier zu schaffen.

Bereits seit Anfang der 50'er Jahre ist er, zunächst zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Vater, Ferdinand, mit der Rekultivierung des Geländes beschäftigt, und das über Jahrzehnte, sogar schon, währenddessen die Kiesausbeute noch betrieben wurde und dies doch sein „täglich Brot" bedeutete.

Er hat unermesslich viel Zeit, Geld und Arbeitskraft aufgewendet, um der Natur und der beheimateten Tierwelt das zurückzugeben, was ihr durch die frühere Kiesausbeute genommen wurde. Während andere Kiesbaubetriebe nur ihren Profit im Auge hatten, war für Scheidweiler klar, dass die zeitgleiche Rekultivierung von zumindest ebenso wichtiger Bedeutung ist.

Neben der Bepflanzung des Geländes hat er zahlreiche Treppen, Mauern, Uferbefestigungen und einige künstlerische Bauten errichtet, die außer für die Augen der zahlreichen menschlichen Betrachter auch Unterschlupf und Heimat für die zahlreichen dort lebenden Tiere bieten. Wer schon einmal mit offenen Augen den Silbersee umrundet hat, weiss über die Vielfältigkeit der dort beheimateten Tierwelt zu berichten und konnte sicherlich auch schon Tierarten bewundern, die anderswo in unserer Umgebung gar nicht mehr zu finden sind.

Dies alles zeigt doch, dass das Konzept Scheidweiler's aufgeht, Mensch und Tier im Einklang mit der Natur zu vereinen. Selbst den durch das Fernsehen bekannten Tierfilmer „Zimmermann" hat der Silbersee inspiriert, hier einige Male Aufnahmen zu machen.

Einem solchen Menschen, wie Werner Scheidweiler, der solch' ein Kleinod für Mensch, Tier und Natur geschaffen hat, gebührt eigentlich ein Orden.
Aber stattdessen sieht sich Scheidweiler seit Jahren mit Auflagen, Androhungen, behördlichen Verfügungen und jetzt sogar mit Bußgeldverfahren von Stadt-, Kreisverwaltung bzw. der zuständigen Wasserbehörde konfrontiert.

Weitestgehend beruft man sich behördlicherseits darauf, Scheidweiler habe wasserschutzrechtliche Belange und baurechtliche Vorschriften nicht beachtet und forderte ihn u.a. auf Bauwerke zu entfernen, nachträgliche Baugenehmigungen für z.T. in den 50'er Jahren errichtete künstlerische Bauten, wie z.B. ein Iglu aus Kiessteinen, einzureichen. Nun erhielt Scheidweiler einen Bußgeldbescheid über 250,— € wegen eines Holzfloßes im Seebereich, welches nicht einmal von Scheidweiler selbst errichtet wurde. Ein paar Tage zuvor, an einem einzigen Tag, gleich drei Briefe mit Bußgeldandrohungen bis zu einer Höhe von 500.000,-- €.
Über ein von Scheidweiler gegenüber den Behörden ausgesprochenes Verbot, seinen Seebereich ohne seine vorherige Genehmigung zu betreten, wird sich behördlicherseits hinweggesetzt. Es erfolgen seitens der Behörde immer wieder Begehungen des Privatgeländes ohne Genehmigung. Wie dies, rechtlich gesehen, zu werten ist, wird wohl noch juristisch geklärt werden müssen.

Erklärend muss noch hinzugefügt werden, dass die damals erstellten Bauwerke sehr wohl mit Zustimmung zweier ehemaliger Oberbürgermeister von Neuwied errichtet wurden, was Scheidweiler leider heute nicht mehr nachweisen kann, da die Zustimmung lediglich mündlich erteilt wurde und die betreffenden Herren leider nicht mehr leben. Für Scheidweiler, einen Handwerker vom „alten Schlag", war eine Genehmigung sozusagen „per Handschlag" gültig und damals durchaus üblich.
Auch rechtlich gewertet muss man sagen, dass auch mündlich geschlossene Verträge Rechtsgültigkeit besitzen. Das Problem ist eben nur die Beweislast.
Was allerdings die Zugehörigkeit des Silbersee-Geländes zum Wasserschutzgebiet angeht, kann Scheidweiler durchaus beweisen, dass sein Gelände nach den „alten Karten" gar nicht im Wasserschutzgebiet liegt.
Das Hochwasser des Rheins erreichte damals ungehindert das Silbersee-Gelände, was den Silbersee für wasserschutzrechtliche Belange unbrauchbar machte.
Man hat das Gelände seitens der Behörde erst ins Wasserschutzgebiet mit aufgenommen, nachdem Scheidweiler aus eigenem Antrieb und auf eigene Kosten einen Damm errichtete, der den Rhein daran hinderte, das Hochwasser bis zum Silbersee vordringen zu lassen. Scheidweiler wird wohl nicht umhinkommen, die rechtliche Situation juristisch klären zu lassen, weil die zuständigen Behörden kein Einsehen zeigen und Scheidweiler sein Lebenswerk zerstört sieht.

Scheidweiler hat immer versucht, einen vernünftigen Dialog mit den Behörden zu führen und eine für beide Seiten zufriedenstellende oder zumindest erträgliche Lösung zu finden. Doch die Behörden blieben stur - wie so oft in Deutschland - !!

Es drängt sich einem jedenfalls die Frage auf, wem der Silbersee ein Dorn im Auge ist oder gar, ob jemandem daran gelegen ist, den Eigentümer mit nicht ganz legalen Mitteln in die Knie zu zwingen und irgendwie in den Besitz des Geländes zu gelangen. Rundherum wurden schließlich, trotz leerer Haushaltskassen, schon einige Grundstücke aufgekauft. Was hat man bloß vor, mit dem Engerser-Feld und wer steckt dahinter?

Von einigen Plänen, über die zukünftige Verwendung, spricht man jedenfalls schon seit geraumer Zeit hinter vorgehaltener Hand.

Markus Meuer - Neuwied-Engers,15.02.2006

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