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Schmelzer: “Nach allen Seiten prüfen"

Schmelzer: “Nach allen Seiten prüfen"

Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 16. August 1983

Schmelzer: “Nach allen Seiten prüfen"

OB zur Verlegung des Kreiswasserwerks Gutachten in Arbeit - Engerser-Feld-Planung vorerst auf Eis

-go- “Es ist erfreulich, wenn sich jemand Gedanken über ein solches Thema macht. Man sollte nicht von vorneherein den Vorschlag als .Schildbürgerstreich* bezeichnen." Dies stellte jetzt Oberbürgermeister Karl-Heinz Schmelzer zum Plan des Engerser Kiesunternehmers Werner Scheidweiler fest. Dieser hatte (die RZ berichtete) in einem Diskussionspapier die Verlegung des Kreiswasserwerkes im Engerser Feld in das Dreieck Gladbach/Block/ Heimbach angeregt.

Der Grund für Scheidweilers Schritt in die Öffentlichkeit : Die Gefahr eines Stopps der Kiesausbeute in naher Zukunft könnte durch die Verlegung des Werkes verhindert, der Abbau sogar über die bestehenden Zonen hinaus ausgedehnt werden und künftig ein großes Freizeitzentrum in diesem Areal entstehen, losgelöst von den Umweltschutzbestimmungen in Richtung Trinkwasserreservoir.
OB Schmelzer verhehlte jedoch nicht, dass die Vorstellungen des Engerser Kiesabbauers in ihrer finanziellen und technischen Auswirkung viele Fragen aufwerfen, aber man müsse sie “nach allen Seiten prüfen". Allerdings sei der Stadt - es gehe ja nicht allein um das Kreiswasserwerk, sondern auch um das Neuwieder Wasserwerk - nicht damit geholfen, wenn das Werk beispielsweise nur um einen Kilometer in Richtung Gladbach und Heimbach verlegt werde. Dann müsste hier das gesamte Gebiet mit “Schutzzonen belegt werden". In diesem Fall, so mutmaßt Schmelzer, “kann es noch schlimmer als bisher kommen". Bei einem neuen Standort im oben genannten Dreieck entfielen allerdings die Gefahrenquellen Landstraße 306 (alte B 42) und die neue B-256-Umgehung für die Trinkwasserversorgung aus dem Engerser Feld. Der OB machte weiter klar, dass bei allen Vorschlägen und Diskussionen das Wasserschutzgebiet Vorrang habe, Eingriffe in den Kiesabbau ließen sich nicht vermeiden. Den Scheidweiler-Plan hat der Neuwieder Verwaltungschef bereits den Fachbehörden weitergeleitet, die “letztlich wegen ihrer alleinigen Zuständigkeit darüber entscheiden müssen" (Schmelzer). Bereits Ende Juni fand ein Behördentermin im Engerser Feld statt, nachdem in jüngster Zeit durch die Überlegung der Stadt in Richtung einer gelockerten Regelung der Wasserschutzzonen eine neue Situation entstand. Als Ergebnis der bisherigen Gespräche und der Ortsbesichtigung werden das Landesamt für Gewässerkunde und das Geologische Landesamt im Verbund mit anderen Stellen ein umfassendes Gutachten über das Engerser Feld in seiner Doppelfunktion als großer mittelrheinischer Trinkwasserspeicher und als Hauptabbaustätte für Kiesunternehmen erarbeiten. Diese Expertise soll dann die Grundlage für die künftige Wirtschafts- und Umweltschutzpolitik bilden. Dazu OB Schmelzer: “Das Gutachten wird frühestens in ein bis eineinhalb Jahren auf dem Tisch liegen. Bis dahin haben wir alle planerischen Überlegungen erst einmal auf Eis gelegt..."

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