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Damm soll Trinkwasser schützen

Damm soll Trinkwasser schützen

Rhein-Zeitung, 25.04.1989

Kiesgrubenbesitzer Werner Scheidweiler, zeigte dem Arbeitskreis Umweltschutz, wo nach dem Hochwasser im Jahre 1983 trichterförmige Löcher im Erdboden waren. Werner Johann Keßler ist überzeugt, dass sich das Rheinwasser durch diese Öffnungen einen Weg in den Scheidweilersee bahnte.
Arbeitskreis Umwelt fordert:

Damm soll Trinkwasser schützen

Rhein darf nicht direkt in Scheidweiler- und Kannsee strömen

-hep- Sorgen um den Schutz des Trinkwasserreservoirs im Engerser Feld macht sich der Arbeitskreis Umweltschutz, dem neben CDU-Mitgliedern auch parteilose Bürger angehören. Er befürchtet, dass der Rhein bei Hochwasser direkt in den Scheidweiler- und Kannsee strömen und so das Trinkwasserreservoir gefährden könnte.
In einem Brief an Oberbürgermeister Schmelzer zeigt der Vorsitzende des Arbeitskreises, CDU-Ratsmitglied Werner Johann Keßler, die Gefahren auf. So brach beim Hochwasser 1983 der Damm zwischen Rhein und Scheidweilersee, wobei dessen Spiegel stark anstieg. Dadurch, so steht es in dem Schreiben, wurde ein Teil des relativ schwachen Dammes zwischen Scheidweiler- und Kannsee weggeschwemmt, später jedoch durch aufgeschütteten Boden wieder verbreitert.
Gegenüber der RZ erklärte der Koblenzer Wassergutachter Dr. Zipfel: “Es muss dafür
gesorgt werden, dass Rheinwasser nicht direkt in Scheidweiler und Kannsee läuft." Er befürchtet, dass sonst das gesamte Schutzgebiet im Engerser Feld überflutet werden könnte. Und dies sei für die Qualität des Trinkwassers gefährlich.
Bei Hochwasser, so erläutert Dr. Zipfel, steigt der Spiegel im Scheidweiler und Kannsee: “Jedoch wesentlich langsamer und nicht so hoch, wie der des Rheins. Daran sehen wir, dass Grundwasser als Uferfiltrat langsam in die Seen strömt und später auch wieder abfließt. Dieses gefilterte Wasser hat keinen negativen Einfluss. Wenn Rheinwasser von oben in die Seen läuft, ist es ungefiltert und es geht sehr schnell. Eine Verschlechterung der Trinkwasserqualität könnte dann schon möglich sein."
Der Arbeitskreis Umweltschutz entdeckte als Grund dafür, dass 1983 Rheinwasser in den Scheidweilersee strömte, die ehemalige Kiesgrube der Firma Ernst. Vor Jahren sei die Grube zwischen Rhein und Scheidweilersee mit Trümmern abgerissener Häuser gefüllt worden. Werner Johann Keßler ist überzeugt, dass sich das Rheinwasser durch diesen losen Bauschutt einen Weg in den Scheidweilersee bahnen konnte. Er fordert dass vor dieser Grube — darüber ist jetzt landwirtschaftliche Fläche — ein Hochwasserschutzdamm errichtet wird, damit Feld, Kiesgrube und letztendlich auch der Scheidweilersee nicht mehr überflutet werden können.
In dem Schreiben kritisiert Keßler das Verhalten von Oberbürgermeister Schmelzer, der es abgelehnt habe, das Engerser Feld mit Ratsmitgliedern und Wasserfachleuten zu besichtigen. Schmelzer hatte erklärt, die vorgeschlagene Besichtigung mit einem solch großen Personenkreis bringe ohnehin keine neuen Erkenntnisse.

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